[...] und in einer Woche saß Ich im Büro und habe gedacht “Jetzt arbeite Ich schon den dreizehnten Tag in Folge und wenn meine Rechnung stimmt, wirkt es sich nicht im Geringsten auf meinen Kontostand aus.” – Auch meiner Kollegin war anzumerken, dass sie mit der Situation so ihre Probleme zu haben scheint. Ich habe mich im durchgesessenen Stuhl zurückgelehnt um in ihren kleinen Würfel hineinzuschauen und sah sie, wie sie fassungslos auf den Bildschirm starrte, mit ihrem Dienstplan vor sich. In diesen Momenten hatten wir eigentlich immer die lustigsten Unterhaltungen; wir scherzten über das Leben, nahmen Sachen für einen kleinen Augenblick nicht mehr so ernst. Doch wie es so ist, dreht sich irgendwann der Wind und die Gegenwart hüllt sich in von dunklen Wolken gedecktes Grau.
Ich weiß die Krankheit liegt im System, doch fehlten mir die Worte um meiner Kollegin unter die Arme zu greifen. Vielleicht auch, weil Ich mich selbst nicht wohl fühlte. Weil Ich selbst spürte, wie sich langsam aber sicher die kalte Depression anschlich und sich in mir breit machte. Was das Geld betraf konnte Ich gut davon leben, nur die immer länger werdenden Tage die verhinderten das Ich meine Freunde sehe, die Ohnmacht, der gleißende Hass dazu gezwungen flexibel zu sein wärend es der Arbeitgeber nicht ist – jeder Gedanke zerfraß mich innerlich. Und es fühlte sich plötzlich so merkwürdig an, mein Bauch zog sich zusammen, als Ich meine Gedanken in das Gesicht meiner Kollegin geschrieben sah und wie sie verloren und hilflos auf ihren Bildschirm starrte. Sie hatte das Wochenende schon lang verplant, wollte familiären Dingen nachgehen, soziale Kontakte nicht vernachlässigen. Und obendrein sollte man sich noch selbst kritisieren, immer und immer wieder über seine Taten nachdenken, sich verbessern bis ins Unendliche. Qualitätsmanagement wird vor allem an Angestellten geübt bis sie ausbrennen, bis das letzte was am Tage passiert die Leerung einer 1,85€ Roseweinflasche ist, weil es sonst schwer fällt die Augen zu schließen. Das lächeln des nächsten Tags wird schon am Abend vorher ertränkt. Und der Schuldige ist schnell ausgemacht: Du bist es, dem es an Flexibilität fehlt.
Wir blicken durch die Augen unserer leeren Hülle, in eine Zukunft die Unsicher ist.
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Finni
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